5. Kapitel

Johanna

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Justus‘ Blick war die perfekte Mischung aus einer Frage, Unglauben und mehr als höflichem Interesse. Innerlich seufzte ich. Ich wusste, wie er über mein Outfit dachte.  was jetzt anstand: Die unvermeidliche Diskussion über mein Outfit. Seit ich es – gelinde gesagt –  bunt trieb, sprachen mich all meine Bekannten darauf an und wer mich nicht kannte, schenkte mir eindeutige Blicke.  mich einfach jeder darauf an. Dabei war meine frisch erwachte Farbenfreude ursprünglich nichts als ein stummer Protest gegen Olis immer geschniegelteres Auftreten gewesen.

Als seine Karriere in Fahrt gekommen war, war ich in die Zwickmühle geraten. Oli hatte seinen Kleiderschrank methodisch aufgerüstet. Neben den tristen Jeans, die ich immer gerade in das Fach quetschte, in dem noch ein Eckchen frei war, entsprach seine Hälfte des Kleiderschranks seit der ersten Beförderung den Auslagen eines gut sortierten Herrenausstatters. Die Anzüge – eine Aneinanderreihung aller nur erdenklichen Schattierungen von blau über grau bis schwarz – waren farblich abgestuft sortiert, es gab eine Art Setzkasten für Einstecktücher und Krawatten und als er dann auch noch einen Einsatz bestellt hatte, der aus einer Schublade ein Lager für fein säuberlich aufgerollte Gürtel machte, war es wie ein Weckruf gewesen.

Wenn Oli seiner der Umwelt mit seinem neuen Look kundtat, wie erfolgreich er war, dass er ein erfolgreicher Banker war, wieso lief ich dann wie eine graue Maus nebenher wieso verpasste ich mir nicht das Outfit, das zu mir passte? Ich verdiente mein Geld mit Mode – gut, das klang hochtrabend, schließlich modellierte ich lediglichkreierte ich keinen komplette Garderobe, sondern einzig  Kopfbedeckungen. Aber: Ich war kreativ. Höchste Zeit, hatte ich befunden, das zu zeigen und meine eigenen Hutkreationen spazieren zu tragen, wozu ich natürlich stimmige Outfits brauchte. Wild entschlossen war ich in den nächstbesten Second-Hand-Laden gestürmt und mit gefühlt fünfzehn Kilo Klamotten wieder herausgekommen. Tolle Farben, edle Stoffe – alles zum Schnäppchenpreis. Was mir jedoch am besten gefiel war der Gedanke, dass es Menschen gab, die sich in diesen Kleidern wohlgefühlt hatten, lange bevor ich sie sie weitergekauft hatten, damit ich sie für mich entdecken konnte. 

Oli konnte dieser Idee nicht ganz so viel abgewinnen wie ich. Genauer gesagt hatte er immer wieder dezent anklingen lassen, ich sehe aus wie ein bunter Hund. Sobald ein Treffen mit seinen Kollegen angestanden hatte, hatte er panisch mein Outfit kontrolliert, bevor wir das Haus verlassen hatten. Und wo fand ich diesen skeptisch zweifelnden Blick wieder? Er stand Justus ins Gesicht geschrieben, während wir über einer geplatzten Tüte auf dem Trottoir herumkrabbelten.

Ich war tatsächlich versucht, Justus von meiner stummen aber farbgewaltigen Emanzipation von Oli zu erzählen, entschied mich aber dagegen. Wo kämen wir denn da hin? Das klänge doch, als müsse ich mich vor einem Wildfremden verteidigen. Außerdem war das eine Diskussion, die ich vor vielen Monaten hätte führen sollen – und zwar mit Oli! Dass ich es nicht getan hatte, lag einfach daran, dass ich es nie übers Herz gebracht hatte, ihm die Freude über seinen beruflichen Aufstieg und die zugehörigen, textilen Statussymbole zu vermiesen.

»Gibst du mir noch das Netz mit den Orangen?«, bat ich Justus, denn ich fand, dass ich ihn duzen konnte, wenn er sich mir schon nur mit dem Vornamen vorstellte.

Sein abschätziger Blick wich einem schwachen Lächeln, um seine Augen erschienen kleine Lachfältchen, die ihm sehr gut standen. »Und was hast du jetzt damit vor? Klingelst du einmal im ganzen Haus durch und rufst: ›Das Essen ist da‹?«

Ich zuckte die Achseln. »Schön wär’s. Aber nein, die meisten sind so alt, dass sie froh sind, wenn sie sich nicht mehr die Treppen hinabquälen müssen. Mir macht das nichts. Also bringe ich die Sachen nach oben.«

»Brauchst du HilfeKann ich dir helfen?« Justus sah mich abwartend  ab.

Es wäre in der Tat nett, jemanden zu haben, der die schweren Wasserflaschen übernahm. Trotzdem tat ich mich nicht leicht damit, ihn um etwas zu bitten. Der Mann sah nicht aus wie ein Handlanger. Und erst recht nicht wie jemand, der der netten Omi von nebenan half. Er wirkte ... befehlsgewohnt. Diese ganz besondere Aura, die dem Erfolg anhaftete. Der unbekümmerte Habitus, den nur Menschen mitbrachten, in deren Leben sich unweigerlich alles zum Besten fügte. Außerdem sah er unverschämt gut aus und ich wollte nicht, dass er auf die Idee kam, ich würde mich auf so billige Art an ihn heranmachen.

»NeinNicht nötig«, log ich also tapfer, denn ich hatte keine Ahnung, wo ich die ganzen Sachen, die aus der Tüte gepurzelt waren, verstauen sollte. Trotzdem würde ich es irgendwie schaffen. Auf meinen Ruf als Meisterin der Improvisation hielt ich mir einiges zugute. »Ich komm schon klar!« Ähm, das hatte wenig überzeugend geklungen. Ich spürte, wie Wärme über meinen Hals nach oben kroch. Ich war noch nie eine gute Lügnerin gewesen.

Und das war Justus nicht entgangen. »Also gut«, bevor du dir die Zunge verrenkst, weil du jemanden um Hilfe bitten musst ...« Er sprach nicht aus, was er dachte, und griff beherzt zu. Meine Knie wurden weich, als ich sah, wie er sich die beiden Wasserflaschen aus der geplatzten Tüte auf die Arme lud, das Orangennetz stapelte er obenauf, bevor er sich den Karton mit den Milch-Packungen unter den anderen Arm lud, als wäre er ein Fliegengewicht. Es war ein sehniger, trainierter Arm, das entging mir nicht. Ich ertappte mich bei der Frage, womit er sich wohl so gut in Form hielt. »Na komm schon, wohin müssen wir, bevor meine Arme lang werden?«, sagte er mit einem entwaffnenden Grinsen im Gesicht. Vielleicht war der Kerl ja doch nicht so langweilig, wie ich bisher angenommen hatte.

»Ähm ... ins Hinterhaus«, antwortete ich und wurde rot bei der Vorstellung, dass er meine Gedanken las. Das ist eine lächerliche Vorstellung, Jo. Seit wann sind durchtrainierte ManagerSpießer -Typen Empathen? Und wo du schon dabei bist, überlegst du vielleicht mal, wieso du diesen Typen Kerl anschmachtest, wenn du Oli für seine Anzüge und dieses ganze Manager-Gewese verachtet hast. Die Standpauke meiner Kopfstimme half – zumindest hatte ich meine Gedanken wieder im Griff. Trotzdem klopfte mein Herz auf eine Weise, die ich lange vermisst hatte.

Da ich jetzt nur noch eine Tüte und ein paar lose Dinge zu tragen hatte, sprang ich auf und hechtete zur Tür, gab den PIN-Code ein und öffnete den Bogengang, durch den man in den Innenhof gelangte. »Hier wohne ich übrigens«, sagte ich, nur um irgendetwas zu sagen.

»Na, da haben wir etwas gemeinsam«, erklärte Justus mir. Hm, sollte ich ihm sagen, dass mir das nicht entgangen war? Ich entschied mich dagegen. Denn ich traute mir zu, dass ich damit herausplatzen würde, dass ich beobachtet hatte, wie er in seinen ansprechend engsitzenden Unterhosen meinen zeitweisen Untermieter Moppel verjagt hatte. Grundgütiger, ich war eine Spannerin! Wieso wurde mir das erst jetzt klar?

Kopfschüttelnd lief ich über den Hof und stieß die Tür zum Hinterhaus auf, eine massive, wunderschön geschnitzte Holztür, die immer nur angelehnt war. Wie Olga es so hinbekommen hatte, dass die alten Mieter trotz der groß angelegten Sanierung in ihren Wohnungen hatten bleiben können, war mir ein Rätsel. Den meisten Immobilienbesitzern im Viertel konnte es gar nicht schnell genug gehen. Sie luxussanierten die Wohnungen, wozu sie die alten Leutchen auf die Straße setzten und dann nach neuen Mietern suchten, die bereit waren, Monat für Monat horrende Summen für ein winziges Altbau-Apartment hinzublättern.

»Also gut. Die Milch werden wir schon in der ersten Etage bei Herrn Brinkmann los. Das Wasser geht an die Frau, die daneben wohnt und den Rest kann ich auch allein verteilen«, erklärte ich Justus und lief die Treppen hinauf, wobei der gepunktete Rock um meine nackten Beine wippte.

»Quatsch, ich habe gesagt, dass ich helfe. Darum ziehen wir das jetzt auch gemeinsam durch.« Das war kein Angebot, das ich ausschlagen konnte, sondern die Feststellung eines Menschen, der es gewohnt war, dass man ihm nichts abschlug. Trotz des bestimmenden Tons schaffte Justus es, seine Stimme warm und freundlich klingen zu lassen.

Er würde seine Meinung schon noch ändern. »Das ganze Obst und die Kartoffeln müssen rauf in den vierten Stock. Wollen Sie sich das wirklich antun?«

»Will ich!«, sagte er in dem Moment, in dem ich auf die Klingel vom alten Brinkmann drückte. Es dauerte ein Weilchen, bis er sich zur Tür geschleppt hatte. Er trug das gleiche wie immer. Ein Feinripp-Unterhemd mit einem deutlichen Grauschleier und eine Jogging-Hose, deren Schritt bis in die Kniekehlen hing. Der Mann war entsetzlich mager und müffelte, als würde er sich Wasser und Seife nur sonntags zumuten. Umso höher rechnete ich es Justus an, dass er ohne mit der Wimper zu zucken anbot, die Milch bis in die Küche zu tragen. Ich hingegen konnte mich nie überwinden, einen Schritt in die stinkende Wohnung zu tun. 

»Worauf warten wir?«, wollte Justus wissen, nachdem wir wieder im Treppenhaus standen.

»Darauf, dass die Tür zufällt«, flüsterte ich und musste nicht lange auf den satten Rums warten.

Justus runzelte die Stirn. »Wieso das? Dürfen die Leute nicht wissen, dass Sie auch für andere einkaufen?«

Ich lachte kurz auf. »Natürlich wissen sie das. Aber Herr Brinkmann und seine Nachbarin können sich nicht ausstehen. Sie nennt ihn ›den alten Stinker‹ und er schimpft sie ›ein in die Jahre gekommenes Flittchen‹. Wenn Frau Werntges die Tür öffnet, bevor Brinkmann von der Bildfläche verschwunden ist, gibt es hier im Flur einen Krach, den man bis raus ins Vorderhaus hört. Glaub mir, das willst du nicht erleben.« Ich schellte. Im gleichen Augenblick sprang die Tür auf. Justus schenkte mir einen fragenden Blick, den ich mit einer wegwerfenden ›frag nicht‹-Geste beantwortete, denn natürlich hatte die leicht zänkische Frau Werntges hinter der Tür gelauert, um vielleicht doch mal wieder Gelegenheit zu einer ihrer Schimpf-Tiraden zu bekommen. Sie liebte es, wenn die Fetzen flogen!

»Hallo Johanna!«, begrüßte Frau Werntges mich. Wie üblich sah sie aus wie eine gealterte Puppe. Jedes Löckchen ihrer Perücke war sorgfältig onduliert, die Nägel glänzten wie ein frisch vom Band gelaufener Ferrari und das Kleid mit dem feinen Plisseerock sah aus, als wäre sie auf dem Weg zu einem Tanztee im Ballhaus März. Zugegeben, es wirkte ein wenig seltsam, wenn sich eine gestandene Frau mit über siebzig noch solche Mengen Rouge ins Gesicht klatschte, dass sie aussah, wie ein errötender Teenager, trotzdem hatte ich Frau Werntges mit ihrer koketten Art und der tiefen Raucherstimme ins Herz geschlossen. 

»Na, wen hast du mir denn da mitgebracht, Kindchen?«

»Das ist Justus. Er ist neu hier im Viertel und hat mir geholfen ...« Ach, was redete ich überhaupt? Wahrscheinlich sagte ich gleich noch: Er hat eine Wassermelone getragen. Allerdings tippte ich, dass sie das gar nicht mitkriegen würde. Frau Werntges schien mich komplett ausgeblendet zu haben, denn Justus ging voll auf ihre Flirt-Offensive ein.

»Sehr angenehm!« Frau Werntges zog die Worte künstlich in die Länge, damit Justus auch ja nicht im Unklaren blieb, wie angenehm ihr seine Bekanntschaft war. Innerlich wappnete ich mich für Justus’ Reaktion. Was, wenn er sie abkanzelte oder lustig über sie machte? Die Frau lebte hier oben so mutterseelenallein, dass es an ein Wunder grenzte, dass sie sich überhaupt noch schick machte und am Morgen anzog. Aber er verblüffte mich schon wieder.

»Die Freude ist ganz auf meiner Seite, gnädige Frau«, sagte er und deutete eine leichte Verbeugung an. Vermutlich, weil Frau Werntges so deutlich zeigte, dass sie nach ein wenig Schmeichelei und Ehrerbietigkeit lechzte.

Ich musterte Justus aus leicht zusammengekniffenen Augen. Die Geste hätte lächerlich oder affektiert wirken können, doch weder in seinem Tonfall, noch an seiner Haltung zeigten sich Herablassung oder Ironie. Ich nickte zufrieden. Damit hatte er gerade ein paar Bonuspunkte bei mir gesammelt. Die alte Dame würde monatelang davon zehren und mich vielleicht im Stillen verfluchen, weil ich Justus nicht über ihre Schwelle geschubst und anschließend die Tür hinter ihm zugezogen hatte. Der Gedanke ließ mich Schmunzeln.

»Wie wäre es ...?« Frau Werntges hob eine Hand an den Türrahmen, so dass sie keine fünf Zentimeter von Justus Schulter entfernt war. Dazu lächelte sie keck, ehe sie fortfuhr. »Ich weiß ja, dass es noch recht früh ist, aber Sie können gern auf ein Schlückchen Sherry hereinkommen. Nur, um mich für die schwere Schlepperei erkenntlich zu zeigen.« Das war in der Tat interessant. Ich kaufte alle paar Tage für sie ein und hatte noch nie etwas angeboten bekommen, nicht, dass ich es erwartete, aber jetzt danebenzustehen, während sie den durchtrainierten Justus lobte, ließ mich ziemlich deppert erscheinen. Ich sah zu ihm herüber. Eine Augenbraue hatte er angehoben, um die Mundwinkel zuckte es, sodass ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass er das ziemlich ähnlich sah.

Ich räusperte mich. »Frau Werntges, wir müssen noch eine Menge Lebensmittel abliefern und dazu muss ich Ihnen Justus leider entführen ...« Ich setzte meinen bedauerndsten Blick auf und trat einen Schritt zurück.

»Na, dann eben nächste Woche«, entgegnete sie hastig und wandte sich wieder an meinen Begleiter. »Sie werden Johanna doch weiter unterstützten? Die Ärmste hat immer viel zu schwer zu schcleppen.«

So ein Quatsch. Früher hatte sie das doch auch nicht gekümmert. Außerdem brauchte ich bestimmt keine Hilfe, um ein paar Tüten, Milch und Wasser zu schleppentragen. »Ich schätze, das kriege ich auch sehr gut all...«

»Natürlich helfe ich ihr«, sagte Justus, ganz der Charmeur, und würgte meinen Einwand damit gnadenlos ab. Die Röte kehrte auf Frau Werntges Gesicht zurück. Ich gönnte ihr diesen kleinen Anflug von zweitem Frühling. Trotzdem wurde ich langsam ungeduldig. Damian war allein im Laden und das schätzte er gar nicht. Schließlich arbeitete er für einen symbolischen Euro bei mir – solange ich ihn dafür unterhielt und ausführlich mit ihm das Für und Wider der Waden des Fahrradkuriers diskutierte.

Zum Glück waren die Kleinigkeiten, die noch in den Tüten steckten, rasch verteilt. Justus hielt Wort und trottete hinter mir her. »Also dann ...«, ich trat von einem Bein aufs andere, weil ich mich ebenso ungern von ihm trennen wollte wie Frau Werntges.

»Wie geht dein Tag jetzt weiter?«, wollte er wissen und klang nicht mal ansatzweise, als wolle er nur höfliche Konversation machen. Es schien ihn tatsächlich zu interessieren.

Ich hob den Blick und sah ihn forschend an. »Ich gehe in den Laden. Da wartet mein ...«, irgendwie schien es mir unpassend, Damian zum Mitarbeiter zu degradieren. Er war ein Freund, mein Vertrauter, mein Seelentröster. »Ein Freund hält die Stellungpasst auf, solange ich nicht da bin. Allerdings übernimmt er die Schichten nicht gern allein.«

»Hm ...«, Justus rieb sich übers Kinn und entlockte seinem Dreitagebart damit ein kratziges Geräusch. »Ich bin schon neugierig, wie du deine Tage verbringst. Zeigst du mir den LadenWas für eine Art Laden  hast du?«

Ein leichtes Kribbeln machte sich in meinem Bauch breit. Justus mit einem Hut? Das konnte ich mir beim besten Willen nicht  vorstellenIch überlegte, ob ich ihm einen Panama-Hut oder eine Schlägermütze verpassen würde und kam zu keinem Schluss, was ihm besser stehen würde. Dafür wusste ich schon jetzt, dass Damian hingerissen wäre. Mehr noch, er würde flirten, dass sich die Balken bogen und damit auf Granit beißen. Wenn Justus eins garantiert nicht war, dann schwul. Es lag mir schon auf der Zunge, abzulehnen. Andererseits war es ein LadenGeschäft. Jeder konnte hereinkommen und stöbern. Es wäre kleinlich, ihm das zu verbieten. Außerdem hatte er mir gerade so nett geholfen. Zudem war ich stolz auf das, was ich mir geschaffen hatte.

»Klar, wieso nicht?«, sagte ich und merkte selber, wie wenig begeistert ich klang, darum schickte ich ein freundliches Lächeln hinterher.

Justus erwiderte es, was die Flöhe in meinem Bauch erneut hüpfen ließ. Wieso reagierte ich so stark auf ihn? War ich jetzt aus lauter Einsamkeit so weit, dass mich jedes bisschen männliche Aufmerksamkeit aus dem Gleichgewicht brachte? Ich meine, er sah toll aus, er war nett, wenn er nicht gerade den arroganten Spießer zum Besten gab wie gestern bei meinem Patzer mit dem Kaffee. Trotzdem war er überhaupt nicht mein Typ. Schließlich hatte ich mich von Oli getrennt, weil er sich in genau die Richtung entwickelt hatte, in der Justus es vermutlich bereits zu einem Meistertitel gebracht hatte. Außerdem spielte er in einer Liga weit über meiner . Tz, ich kam einfach nicht von diesen Gedanken los. Warum nur? Das war ein Rätsel, über das ich mir in einer stillen Stunde den Kopf zerbrechen würde.

Der nächste Teil unseres Blogromans »Es muss wohl Liebe sein« erscheint am Sonntag, 22. April, um 18 Uhr.